Donnerstag, August 06, 2020

Zu Gast in Frankreich 2

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Schon bei der Ankunft wurde ich pünktlich von meiner Austauschpartnerin und deren Mutter freundlich empfangen. Ich fühlte mich sofort wohl, da vor allem die Mutter viel mit mir geredet und mir viel erzählt hat. Hauptsächlich kommunizierten wir in einer Mischung aus Englisch und Französisch. Am ersten Abend luden sie mich zum Essen in ein französisches Lokal ein und ein leckeres, typisch französische Essen, nämlich Crêpes mit Schinken, Käse und Ei, folgte.

Zurück daheim, tranken wir, bevor ich ins Bett ging, eine Tasse Tee. Mein Zimmer war groß, ordentlich und sauber und das Bett war vermutlich gemütlicher als mein eigenes. Es war das Zimmer des großen Bruders, der unter der Woche in St. Etienne studiert. Und nicht nur mein Zimmer, sondern das ganze Haus war gemütlich und schön gestaltet -ein nettes, französisches Einfamilienhaus mit modernem Flair.

Am nächsten Morgen ging es schon früh wieder zurück nach Monistrol, das etwa 45 Minuten von dem Dorf meiner Gastfamilie entfernt ist. Das Dorf an sich ist klein und besteht hauptsächlich aus Ferienhäusern. Im Sommer leben dort bis zu 1500 Menschen, während im Winter dort nur knapp 300 wohnen. Die Fahrt war extrem schnell und kurvenreich, was vermutlich am französischen Fahrstil gelegen hat.

Die nächsten beiden Tage schliefen wir im Internat. Ich bekam das Bett einer Mitschülerin und zusammen mit meiner Austauschpartnerin und zwei Mitgliedern der Comenius-AG verbrachten wir die Nächte im Viererzimmer. Die Zimmer im Internat sind freundlich und gemütlich gestaltet. Ein Bad mit einer Dusche und zwei Waschbecken waren vorhanden. Toiletten gab es auf dem Flur. Auch wenn es größtenteils sehr locker im Internat zugeht, gibt es einige Regeln, die einigermaßen beachtet werden müssen. Zum Beispiel darf man sich nur bis spätestens halb sieben außerhalb des Geländes befinden, ansonsten sind die Tore geschlossen. Mit der schriftlichen und telefonischen Erlaubnis der Eltern können jedoch Ausnahmen gemacht werden. Ein Aufseher, der schaut, ob alles mit rechten Dingen zugeht, ist über die ganze Woche im Internat. Das Verhältnis zwischen Schüler und Aufseher ist jedoch sehr locker und freundschaftlich. Im Internat gibt es eine Glocke, die zu bestimmten Uhrzeiten läutet. Um zehn sollten alle Schüler auf ihrem Zimmer sein. Davor gibt es um 9 Uhr noch eine letzte Pause, die für Raucher vorgesehen ist. Um 7 Uhr am nächsten Morgen klingelt der Weckruf und um 7.40 Uhr klingelt es erneut zum Frühstück. Die Klingel ist nur eine Richtlinie und soll die Schüler vor Verschlafen und Zuspätkommen bewahren. Das Frühstück, Mittagessen und Abendessen in der Kantine war ok, jedoch etwas sparsam. Trotzdem ist das Leben im Internat sehr angenehm, da es nie laut oder chaotisch zugeht. Durch die Richtlinien ist man am nächsten Morgen gut ausgeschlafen und kann wieder fit in den Unterricht gehen.

Am Mittwoch, den 17.04.13, unserem dritten Tag der Reise, machten wir einen Ausflug in die wunderschöne Hauptstadt der Rhône-Alpes – Lyon. Nach einer 1,5 stündigen Busfahrt statteten wir zuerst dem „Cuir Caluire“, einer Wasseraufbereitungsanlage, einen Besuch ab. Ein Vortrag auf Französisch verdeutlichte uns, wie man im Mittelalter Wasser in Städte transportierte. Außerdem bekamen wir eine Führung durch die französische Aufbereitungsanlage. Nach einem kleinen Snack vor dem Bus wurden wir in ein riesengroßes Shoppingcenter „Confluence“ gebracht, wo freie Zeit zum Shoppen vorgesehen war. Während die einen ihren Kaufrausch auslebten, bevorzugten es die Anderen auf eigene Faust die Innenstadt Lyons zu erkunden. Um 16.15 Uhr ging es wieder zurück ins Lycée nach Monistrol. Nachdem wir die heiße Busfahrt zurück überstanden hatten, ging jeder von uns zurück in seine Gastfamilie. Teilweise blieben wir über Nacht auch im Internat. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

Leider verbrachte ich nur wenig Zeit in meiner Gastfamilie und meistens nur früh morgens und spät abends. Trotzdem fühlte ich mich extrem wohl und wurde gut integriert. Alle kümmerten sich sehr um mein Wohlbefinden und ich bekam immer ein ordentliches Vesper mit zu den Ausflügen. Der Abschied fiel mir wegen unserem guten Verhältnis sehr schwer. Ich hoffe, dass ich den Kontakt halten kann und mich eines Tages wieder mit meiner Austauschpartnerin und deren Familie treffen werde.

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Bericht von Laura Weith über die Reise nach Monistrol sur Loire im Rahmen des Comenius Projekts vom 15.-20.4.2013